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La Montagne

Den deutsch-französischen Weg einschlagen

12 sept 2009

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Eine 38-jährige Wahlberlinerin aus Ambert nutzt das Internet, um französische Exporte anzuregen

Den deutsch-französischen Weg einschlagen

Seit etwas mehr als zwei Jahren setzt sich Cécile Dupré, ursprünglich aus der Nähe von Viverols bei Lyon stammend, für französische Kleine und Mittelständische Unternehmen ein, die den deutschen Markt erobern wollen.

„Die deutsche Sprache ist schwer zu erlernen,“ gibt Cécile Dupré, die sich seit 2006 in Berlin niedergelassen hat, zu. „Aber sie öffnet mir die Tür zu zahlreichen Märkten: Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxembourg.“ Die Firma, die sie gemeinsam mit Erwan de Kerautem und Detlev Roth gegründet hat « Route franco-allemande », unterstützt Kleine und Mittelständische Unternehmen aus Frankreich, sich den germanophonen Sprachraum über Internet zu erschließen. „Trotz Wirtschaftskrise steigen die Verkaufszahlen im Internet.“

„In Zeiten der Krise gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man besinnt sich auf sich selbst, oder man öffnet sich für neue Märkte“ gibt die junge Frau von 38 Jahren zu bedenken. Das Serviceangebot reicht dabei von der Übersetzung der Internetseite, über Kundenbetreuung bis hin zur Registrierung der Websiten in deutschen Suchmaschinen, um eine bessere Sichtbarkeit der Unternehmen zu gewährleisten. „Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage, steigen die Verkäufe im Internet weiterhin an“ konstatiert Cécile Dupré. „Das Geschäft über online-Verkauf geht schneller und ist kostengünstiger als die Teilnahme an Messen.“

Auch wenn „die Krise nicht nur einen allgemeinen Exportenthusiasmus ausgelöst hat,“ scherzt die junge Frau, „so gilt sie jetzt als beendet und langsam aber sicher, erfährt man wieder eine schüchterne Bewegung von Seiten der Unternehmer. Der Schock ist vorbei, die Leute stellen fest, dass sich die Erde weiterdreht und so können sie ihre Arbeit wieder aufnehmen.“
Zwar haben sich seit 2007 bereits um die zwanzig französische Unternehmen an Route franco-allemande gewendet, doch scheint die Gegend Puy de Dôme, zur Enttäuschung der Auvergnerin, schwierig erreichbar zu sein. „Es gibt keine regionalen Exportunterstützungsleistungen mehr“ bemängelt die Kundenbetreuerin. Und die Handelskammer wird vor 2010 keine neuen Posten für Exportfragen schaffen.“ Zwischenzeitlich besucht sie Biomessen und Ausstellungen und kontaktiert die verschiedenen Handwerkskammern. „Ich bin hartnäckig. In diesem Geschäft muss man zäh bleiben.“

Die Bio- und Handwerksbranche im Blick

Mit Route franco-allemande möchte Cecile Dupré insbesondere Bio-Unternehmen und Hersteller handwerklicher Produkte unterstützen. „Ich denke insbesondere an die im Forez Gebiet hergestellten Essenzöle und an das Luxushandwerk. Das sind Bereiche, die auf dem deutschen Markt noch nicht ganz etabliert sind, aber durchaus ihren Platz finden können.

Wir sind immer noch in der Aufbauphase der Firma. Wir dürfen noch nichts für gesichert halten.“ Die zwanzig französischen Unternehmen, die sich bis jetzt bei Route franco-allemande gemeldet haben, sind Resultat einer wichtigen Akquisitionsarbeit.

„Wir werden mehr von deutschen Unternehmen angefragt“ resümiert Cécile. „Das ist normal, da unser Sitz in Berlin ist. Der Grund dafür ist, dass viele Franzosen in der deutschen Hauptstadt wohnen… und sie sprechen nicht alle gut Deutsch.“

Ursprünglich aus Coussangettes, drei Kilometer entfernt von Viverols, hat sich Cécile Dupré auch Mühe gegeben, die deutsche Sprache zu beherrschen. „Ich habe Deutsch am Gymnasium von Ambert gelernt. Das war meine zweite Fremdsprache. Wie viele Franzosen habe ich diese Sprache anschließend nicht mehr praktiziert. Erst ab 2005 habe ich wieder Intensivkurse besucht und außerdem auch Aufenthalte in Deutschland gemacht. Und dann habe ich Berlin entdeckt…“
Zu dieser Zeit wohnte Cécile in Paris. Ohne zu zögern hat sie die beiden Hauptstädte gegeneinander ausgetauscht. “Das Leben in Paris ist anstrengend. Berlin ist genau das Gegenteil. Es gibt neunmal mehr Platz für genau dieselbe Zahl von Einwohnern. Die Leute sind entspannter. Das war eine Entscheidung, die ich nie bedauern werde.“